Über 80 Jahre Erfahrung

Stempel

Mit einem Stempel werden Texte und Ziffernfolgen sowie Buchstaben und Zahlen auf Dokumente oder Gegenstände gedruckt bzw. geprägt.

Herstellung und Beschaffenheit

Stempel werden entweder aus einem Holz- bzw. Kunststoff­körper mit flexibler Textplatte oder aus einem Metallgestell mit fester Textplatte gefertigt. Eine flexible Platte wird aus Kautschuk oder speziellen Fotopolymeren hergestellt, damit ölfreie Farbe verwendet werden kann.

Feste Platten bestehen aus Metall (Messing, Stahl) oder aus einer Aluminium/Kunststoff-Kombination (z.B. Nyloprint). Zur Pflege der Metalltypen wird eine ölhaltige Farbe als Schutz gegen Korrosion benötigt.

Typen

Stempel können nach folgenden Typen unterschieden werden:

  • nach der Einfärbung: Handfärber, Selbstfärber und Elektrostempel.
  • nach dem Abdruck: mit feststehenden oder veränderlichen Ziffern/Texten, entweder manuell (Gummibänder/-räder) oder automatisch verstellbar (Paginiermaschinen). Verstellbare Geräte vereinigen in sich die Elemente veränderbarer Buchstaben, Zahlen oder Wörter und können kombiniert werden.
  • nach der Abdruckplatte:
  • starr = Farbe mit Öl verwenden!
  • flexibel = Farbe ohne Öl benutzen!
  • nach dem Verwendungszweck: Text-, Nummerier-, Zeit- und Datumsstempel u. a.
  • nach der Gestaltung: gerade, ovale oder runde Formen
  • nach dem Material der Griffe: Holz, Metall oder Kunststoff

Definition nach DIN

Gemäß DIN 16 514 wird wie folgt unterschieden:

  • Geräte zur farblichen Markierung von Gegenständen (z.B. Handelswaren, Dokumente) und/oder farblosen Prägung (zum Beispiel Namens-, Firmen- oder Eingangsstempel)
  • das nach 1. erreichte Ergebnis (Bedruckung, Prägung)
  • Metallformen mit einem Reliefbild als Werkzeug zur Prägung (Prägestempel), zum Beispiel für Buchbinder oder Notenstecher
  • Kurzform für: Stempeldruckform

Wozu braucht man Stempel?

Stempel vereinfachen die Schreibarbeit enorm. In einem einzigen Schritt werden Texte zu Papier gebracht, die hand­schriftlich wesentlich mühevoller zu erstellen wären und wozu viel mehr Zeit nötig wäre. Der kleine Stempi zeigt wie es funktioniert :-)

Klassische Beispiele der Arbeitserleichterung sind – vor allem im Büroalltag – das Stempeln der Anschrift eines Unternehmens, des aktuellen Datums oder Bearbeitungs­hinweise zum Dokument bzw. Gegenstand. Das alles lässt sich viel schneller stempeln als schreiben und hat die Büroarbeit revolutioniert.

Des Weiteren existieren schwer zu fälschende, oft runde Stempelformen zur Beurkundung, welche ähnlich einer Unterschrift oder einem Siegel sind.

Viele Varianten sind heutzutage lieferbar. Der Klassiker ist der Holzstempel.

Stempeltechnik

Stempeltechnik bezeichnet das gesamte Produktspektrum eines Stempelherstellers vom Holzstempel über automatische Stempel bis hin zu Stempelfarben und passendem Stempelzubehör.

Des Weiteren versteht man unter dem Begriff Stempeltechnik verschiedene Techniken, die beim Stempeln angewendet werden. Häufig wird der Begriff auch beim Basteln mit sogenannten Motivstempeln verwendet.

Darüber hinaus kann mit dem Begriff Stempeltechnik die richtige Technik beziehungsweise die richtige Vorgehens­weise beim Stempeln gemeint sein. Also die Antwort auf die Fragen: Wie stempelt man richtig? Welche Technik setze ich bei welchem Untergrund ein?

In der Mikrobiologie ist der Begriff ebenfalls weit verbreitet. Dort versteht man darunter die Übertragung von Bakterienkolonien von einem Nährmedium in ein anderes.

Digitaler Stempel

Ein digitaler Stempel beziehungsweise digitales Siegel ist ein Produkt, dass den Ausdruck „Stempel“ aus der papierbasierten Welt (zum Beispiel Siegelstempel oder Faksimilestempel) in die virtuelle Welt überträgt. Da die visuelle Erkennbarkeit der Stempelabdrucke als Merkmal eine sehr wichtige Funktion hat, werden digitale Stempel(abdrucke) in erster Linie für PDF-Dokumente benutzt.

Technik der Signatur

Digitale Stempel(abdrucke) werden technisch über elektronische Signaturen verwirklicht. Neben dem erkennbaren Stempelabdruck, der als ein sichtbares Siegel digital in das PDF-Dokument integriert wird, wird der Hash-Wert des Dokuments mit dem privaten Schlüssel des Stempelinhabers elektronisch signiert. Die so erzeugte digitale Signatur wird in das Dokument integriert und kann dann durch Anklicken des damit verknüpften Hyperlinks stets bestätigt werden. Bei Benutzung einer geeigneten Signaturumgebung ist der digitale Stempel(-abdruck) nach dem Signatur-Gesetz als Gegenstück zur elektronischen Signatur zu sehen.

Stempelgesetz

Das Stempelgesetz (engl. Stamp Act) war ein Gesetz zum Erlass einer Stempelsteuer, das am 22.03.1765 durch das Parlament von Großbritannien beschlossen wurde. Es bestimmte, dass jedes offizielle Dokument oder Schriftstück, aber ebenso Zeitungen sowie Karten- und Würfelspiele, in den amerikanischen Kolonien (den späteren U.S.A.) mit Steuermarken versehen werden musste.

England hatte zu dieser Zeit durch den Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) mit Frankreich finanzielle Probleme. Zusätzlich verschlang die Stationierung von Soldaten an der Grenze zum Indianergebiet Staatsgeld. Hiermit sollten die nordamerikanischen Kolonien an diesen Kosten beteiligt werden.

Letztlich führte dieses Gesetz zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika.

Synonyme

  • Stamp Act
  • Stempelakte

Stempelsteuer

Als Stempelsteuer (auch Stempeltaxe) bezeichnet man einige historische Staatsabgaben, das heißt sowohl Steuern wie auch Gebühren. Diese wurden ursprünglich durch das Abstempeln von entsprechenden Papieren oder Gegenständen mit einem Stempel erhoben.

In der Bundesrepublik wurde bis zum Jahr 1991 vom Fiskus eine Wechselsteuer verlangt, die den Charakter einer Stempeltaxe hatte. Die einzelnen Bundesländer verfügten über unterschiedliche Erbschaftsstempel, Urkundenstempel und Gebührenstempel.

Stempelsteuern gibt es heute noch in verschiedenen Ländern. Einerseits in Form von Stempelgebühren, zum Beispiel bei der Ausstellung von Beurkundungen oder Ausweisen, andererseits in Form von Stempelabgaben.

Johannes Gutenberg

Johannes Gutenberg erfand zwischen 1440 und 1450 das „Drucken mit beweglichen Lettern“ – den Buchdruck. Somit ist Gutenberg der Ur-Vater aller heute genutzten Techniken zur Stempelherstellung und aller Methoden zur Stempelung von Papieren und Gütern.

Stempel mit Gutschein

Stempel mit Gutschein sind Stempelgeräte, denen ein Gutschein für eine Stempelplatte beiliegt. Sie eignen sich hervorragend als Geschenk.

Zuerst wird nur der reine Stempel ohne Stempelplatte, aber mit einem Gutschein dabei, geliefert. Der Empfänger kann dann später die Stempelplatte nach seinen individuellen Vorstellungen selber anfertigen lassen.

Gutscheinarten

Gutscheincodes für Online Shops

Moderne Stempelhersteller nutzen für die Gestaltung das Internet. Mit einem persönlichen Gutscheincode kann der Kunde die Platte frei nach seinen Wünschen gestalten und:

  • zwischen mehreren Vorlagen wählen
  • zwischen mehreren Schriften wählen
  • einen Rand hinzufügen
  • ein Logo oder eine Grafik hochladen und einsetzen
  • ein komplettes Stempelmuster hochladen

Postkartengutscheine

Auf mitgesendeten Postkartengutscheinen werden 2 oder 3 Stempelmuster gedruckt zwischen denen gewählt werden kann. Die Postkarte beinhaltet Felder, in die der Kunde seinen Text eintragen muss. Logos und Grafiken sind nicht möglich. Schlußendlich muss der Kunde die Postkarte frankieren und zur Post bringen.

Heuzutage werden Postkartengutscheine kaum noch versendet, meistens nur auf besonderen Kundenwunsch.

Siehe auch

Weblinks